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Mäßiger Alkoholkonsum: Warum ich dazu meine Meinung ändern musste

Aktualisiert: vor 6 Tagen

Symbolbild
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Über viele Jahre war ich der Meinung, dass für gesunde Erwachsene ein mäßiger Alkoholkonsum nicht schädlich und vielleicht sogar nützlich ist.

Diese Meinung habe ich in den letzten Jahren gründlich geändert!

Das Positionspapier der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.“ (DGE) aus 2024 ist meines Erachtens überzeugend:


Warum doch gar kein Alkohol gesund ist

Die DGE schreibt: "Lang­e galt Alk­o­hol in Maßen als ak­zep­tabel. Ein a­bend­lich­es Glas Bier oder Wein wur­de mit ei­ner et­was ge­ring­er­en Sterb­lich­keits­wahr­schein­lich­keit in Ver­bin­dung ge­bracht – be­zeich­net als das so ge­nann­te „French Paradox'".


Das war lange Zeit auch meine Meinung. Ich habe – wie viele meiner Kollegen – an die Aussage des „Französischen Paradox“ geglaubt, das besagte, dass die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Frankreich relativ niedrig lag trotz Konsum von Alkohol und gesättigten Fettsäuren. Wahrscheinlich sind wir da einem Trugschluss aufgesessen.


Studien führten zu Trugschlüssen

Ein weiterer Trugschluss war, dass recht viele Beobachtungsstudien relativ einstimmig ergaben, dass niedriger Alkoholkonsum mit einer leichten Senkung des Sterblichkeitsrisikos verknüpft war. Dieser Trugschluss beruhte wahrscheinlich darauf, dass dabei sogenannte "Nichttrinker" oder "Abstinenzler" mit Personengruppen mit niedrigem bis mäßigem Alkoholkonsum verglichen wurden und in der Gruppe der "Nichttrinker" ein leicht erhöhtes Sterblichkeitsrisiko gefunden wurde.


Wie gesagt haben relativ viele derartige Beobachtungsstudien dieses Ergebnis gezeigt. Heute denken wir aber, dass diese Beobachtungsstudien alle denselben Fehler gemacht haben: Sie haben nicht ausreichend kontrolliert, wie der allgemeine Gesundheitszustand der "Nichttrinker“ war.  "Aus Fehlern wird man klug“: der Volksmund hat recht. Leider ist der "Goldstandard“ des gesicherten Wissensgewinnes in der Medizin, die kontrollierte randomisierte Studie, für diese schwierige Fragestellung nicht anwendbar.


Ich bin trotzdem nicht abstinent

Sie fragen sich vielleicht, ob ich meinen früher mäßigen Alkoholkonsum auf Null reduziert habe. Die Antwort lautet: nein. Ich trinke weiter Alkohol in niedrigen Mengen. Denn neben der Gesundheit spielt auch der Genuss eine wichtige Rolle in meinem Leben.

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