Mäßiger Alkoholkonsum: Warum ich dazu meine Meinung ändern musste
- Dr. Hans Gnahn

- 25. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen

Über viele Jahre war ich der Meinung, dass für gesunde Erwachsene ein mäßiger Alkoholkonsum nicht schädlich und vielleicht sogar nützlich ist.
Diese Meinung habe ich in den letzten Jahren gründlich geändert!
Das Positionspapier der „Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V.“ (DGE) aus 2024 ist meines Erachtens überzeugend:
Warum doch gar kein Alkohol gesund ist
Die DGE schreibt: "Lange galt Alkohol in Maßen als akzeptabel. Ein abendliches Glas Bier oder Wein wurde mit einer etwas geringeren Sterblichkeitswahrscheinlichkeit in Verbindung gebracht – bezeichnet als das so genannte „French Paradox'".
Das war lange Zeit auch meine Meinung. Ich habe – wie viele meiner Kollegen – an die Aussage des „Französischen Paradox“ geglaubt, das besagte, dass die Häufigkeit von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Frankreich relativ niedrig lag trotz Konsum von Alkohol und gesättigten Fettsäuren. Wahrscheinlich sind wir da einem Trugschluss aufgesessen.
Studien führten zu Trugschlüssen
Ein weiterer Trugschluss war, dass recht viele Beobachtungsstudien relativ einstimmig ergaben, dass niedriger Alkoholkonsum mit einer leichten Senkung des Sterblichkeitsrisikos verknüpft war. Dieser Trugschluss beruhte wahrscheinlich darauf, dass dabei sogenannte "Nichttrinker" oder "Abstinenzler" mit Personengruppen mit niedrigem bis mäßigem Alkoholkonsum verglichen wurden und in der Gruppe der "Nichttrinker" ein leicht erhöhtes Sterblichkeitsrisiko gefunden wurde.
Wie gesagt haben relativ viele derartige Beobachtungsstudien dieses Ergebnis gezeigt. Heute denken wir aber, dass diese Beobachtungsstudien alle denselben Fehler gemacht haben: Sie haben nicht ausreichend kontrolliert, wie der allgemeine Gesundheitszustand der "Nichttrinker“ war. "Aus Fehlern wird man klug“: der Volksmund hat recht. Leider ist der "Goldstandard“ des gesicherten Wissensgewinnes in der Medizin, die kontrollierte randomisierte Studie, für diese schwierige Fragestellung nicht anwendbar.
Ich bin trotzdem nicht abstinent
Sie fragen sich vielleicht, ob ich meinen früher mäßigen Alkoholkonsum auf Null reduziert habe. Die Antwort lautet: nein. Ich trinke weiter Alkohol in niedrigen Mengen. Denn neben der Gesundheit spielt auch der Genuss eine wichtige Rolle in meinem Leben.




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