Spielt die KI fürs Jungbleiben eine Rolle?
- Dr. Hans Gnahn

- vor 20 Stunden
- 3 Min. Lesezeit

Gehen wir bald Hand in Hand mit der KI durch's Leben? Und kann sie nützlich sein, um jung zu bleiben? Bild: Cash Macanaya/Unsplash
Ja! Das ist jedenfalls meine Überzeugung.
Veränderungen kommen rasend schnell auf uns zu
Unser menschliches Gehirn ist nicht gut darin, exponentielle Entwicklungen vorher zu
sehen, das spielte in den Jahrmillionen unserer Entwicklung zum Menschen keine
entscheidende Rolle. Die Entwicklung der KI beschreibt in den letzten Jahren und besonders in den letzten Monaten (ich schreibe dies im April 2026) eben keinen linearen, sondern einen exponentiellen Verlauf. Das wird unser Leben und unsere Gesellschaft in den
kommenden Jahren wahrscheinlich deutlich verändern.
Keine Angst, sondern gesunde Skepsis
Wir dürfen nicht in einer Art Schockstarre verfallen, sondern müssen uns der KI-Problematik "proaktiv" stellen. Mit "wir" meine ich gerade auch meine Altersgenossen (ich bin im November 1953 geboren). Im Gegensatz zu asiatischen Ländern sind wir in Europa gegenüber KI sehr skeptisch. Eine gesunde Skepsis halte ich für gut. Eine allgemeine
Jammermentalität ist aber wahrscheinlich sowohl für den Einzelnen als auch die
Gesellschaft nicht förderlich und wir werden damit wahrscheinlich auch nicht unseren
derzeitigen Lebensstandard halten können.
Ein wissenschaftlicher Blick in die Zukunft
Seit einigen Jahren bin ich Abonnent des "Exponential View" von Azeem Azhar, eine Art Informationsplattform für Tech-Themen und gleichzeitig eine Denkfabrik für die Zukunft. Die Analysen und Prognosen des Azeem Azhar, Gründer zahlreicher Technologieunternehmen, waren bislang für mich sehr hilfreich.
Der persönliche Assistent
Seit Anfang 2026 verwendet Azeem Azhar beispielsweise den KI-Agenten "Open Claw", der wie ein persönlicher Assistent stets für alle Fragen zur Seite steht - aber aus Sicherheitsgründen auf einem eigens dafür angeschafften kleinen Rechner. Er berichtet über enorme Fortschritte seiner Arbeitsproduktivität durch die Hilfe des KI-Agenten. Selber verwende ich "Open Claw" wegen Sicherheitsüberlegungen noch nicht.
Große Innovation stammt von einem Österreicher
Bemerkenswert ist, dass "Open Claw" von einem Österreicher stammt: dem Software-Entwickler Peter Steinberger stammt. Bei uns - soweit ich weiß - ist dieser noch relativ wenig bekannt, in KI-Kreisen in den USA und in China hingegen schon ein echter Superstar. Leider hat Herr Steinberger Europa kürzlich verlassen und arbeitet jetzt in San Francisco bei der KI-Firma "Open AI". Das sollte uns in Europa zu denken geben!
Wichtigste Entwicklung seit Erfindung von Internetbrosern?
Azeem Azhar ist der Meinung, dass "Open Claw" die wichtigste Software-Entwicklung seit der Entwicklung von Internetbrowsern Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts ist. Derzeit ist Nvidia das wertvollste Unternehmen der Welt, dessen CEO, Jensen Huang hat kürzlich (März 2026) das "Open-Claw-Konzept" sozusagen als das neue Betriebssystem der KI-Ära hervorgehoben. Ein Paukenschlag!
Ich interessiere mich für die KI
Selber bin ich – obwohl technisch unbegabt – an KI sehr interessiert, verwende zum Beispiel
"Gemini pro" von Google und die medizinische Suchmaschine "OpenEvidence".
Selbstverständlich ist natürlich die Beachtung hoher Standards für die Datensicherheit
(das ist auch der Grund, warum ich "Open Claw" noch nicht verwende).
Macht die KI uns dumm?
Seit Sokrates, der das Aufschreiben von Ideen kritisch sah, gibt es (teilweise
berechtigte) Kritik an der Verwendung von intellektuellen Hebeln und Helfern. Selber bemerkte ich, dass meine Kopfrechenfähigkeit seit Verwendung eines Taschenrechners
signifikant nachgelassen hat, meine (ohnehin schlechte) Orientierung im
Straßenverkehr ist seit Navi-Verwendung noch viel schlechter geworden.
Manche Kritiker glauben gar, dass die intellektuellen Hebel und Helfer zu einer Art "digitalen Demenz" führen können. Ich möchte dagegenhalten, dass eine intelligente, kritische und
humane Verwendung von KI unser Gehirn trainieren und damit auch einen Demenz-
vorbeugende Wirkung haben kann. Wir dürfen dafür aber das kritische Denken
und lebenslange Lernen nicht vergessen.
Dann wird unsere Generation weiter am aktiven gesellschaftlichen Leben teilnehmen
und auch einen wesentlichen Beitrag leisten können.
Bleib jung!
Quellen:





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