Hilf anderen und Du hilfst Dir selbst
- Dr. Hans Gnahn

- 28. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen

Über viele Jahre Praxistätigkeit als Neurologe habe ich folgende Erfahrung gemacht: Patienten, die anderen helfen (egal wie) profitieren auch selber in erheblichem Umfang davon. Hilfsbereitschaft ist ein richtiger "Jungbrunnen"!
Ist das nur mein subjektiver Eindruck oder gibt es dafür auch wissenschaftliche Belege? Die einfache Antwort darauf ist: ja, sogar viele!
Helfen verlängert das Leben
Die Berliner Altersstudie liefert z. B. Belege dafür, dass moderate Enkelbetreuung die Lebenserwartung von Großeltern verlängert – vorausgesetzt, sie bleibt freiwillig und stressfrei. Spannend ist dazu der Bericht des Max-Planck-Institutes für Bildungsforschung Berlin 2016: "Helfen lohnt sich: Wer sich um andere kümmert, lebt länger“
Eine große Studie der Harvard-Universität USA mit fast 13.000 Teilnehmern untersuchte den Effekt ehrenamtlicher Tätigkeit auf Gesundheitsparamater über mehrere Jahre. Es konnte gezeigt werden, dass Bindungen zu anderen gestärkt werden und ein Gefühl von Sinn und Wohlbefinden vermittelt wurde: ein Schutz vor Einsamkeit, Depression und Hoffnungslosigkeit. Wer dazu mehr lesen möchte: Die Quelle steht unter diesem Artikel.
Für die Gemeinschaft, aber nicht überfordern
Dem Rat der Autoren bin ich in den letzten Jahren öfter gefolgt und habe Patienten eine ehrenamtliche Tätigkeit empfohlen. Meine Überzeugung ist es, dass durch die Ausübung eines Ehrenamtes einer sozialen Isolation entgegengewirkt werden kann, einem bekannten Risikofaktor für vorzeitigen Tod. Was natürlich nicht passieren darf, ist eine Überforderung durch ehrenamtliche Tätigkeit!
Sie werden sich vielleicht – so wie ich – fragen, warum in den Jahrhunderttausenden unserer menschlichen Vorgeschichte, nicht nur rücksichtslose Egozentriker, sondern auch Hilfsbereite Kinder bekommen und ihre Gene weitergegeben haben. Persönlich finde ich den Standpunkt von Prof. Dacher Keltner, Universität von Kalifornien in Berkeley, interessant: Mir gefällt sein kurzes youtube-Video aus 2014: “We Are Built To Be Kind“
Quelle:
ES Kim et al., American Journal of Preventive Medicine, Vol. 59, Seiten 176-186, August 2020.





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