top of page

Täglich Kaffee und Tee trinken - ist das gut oder schlecht?




Kurz gesagt: Es mehren sich wissenschaftliche Daten, dass beides – in Maßen genossen – gesundheitlich eher gut ist. Das zeigt sich in jahrzehntelangen Populationsstudien an sehr vielen Menschen. Am besten ist es, wenn mehrere internationale Langzeitstudien im Ergebnis übereinstimmen. Und da ergeben sich tatsächlich zunehmend Hinweise, wenn auch keine Beweise, dass regelmäßiger Kaffee- und Teekonsum gesundheitliche Vorteile hat. Mit einigen überraschenden Erkenntnissen!


Grüner Tee als Heilmittel

Neben einer Tasse Kaffee zum Frühstück und nach dem Mittagessen trinke ich seit Jahrzehnten tagsüber grünen Tee aus einem wunderschönen Teeservice, einem Geschenk meiner Tochter Christine. Grüner Tee ist ein hervorragendes Beispiel für die Verbindung von Jahrtausendealtem chinesischen Wissen und moderner Wissenschaft. In China wird er seit über 4.000 Jahren nicht nur als Genussmittel, sondern auch gezielt als Heilmittel eingesetzt.


Im alten China galt grüner Tee unter anderem als hilfreich zur "Klärung des Geistes". Eine im Januar 2025 publizierte japanische Studie an mehr als 9.000 Seniorinnen und Senioren zeigte, dass regelmäßiger Konsum von grünem Tee (allerdings ab drei Tassen täglich) mit weniger Gefäßschäden im Gehirn korreliert – gemessen mit einer objektiven Methode, der Kernspintomographie des Gehirns.


Kaffee und das Jungbleiben

Ich schätze und verwende in letzter Zeit zunehmend den relativ neuen und möglicherweise bahnbrechenden medizinischen Informationsdienst Open Evidence. Die bisher von mir bisher erhaltenen Antworten dieses Informationsdienstes auf den – leider zu wenigen – Gebieten der Medizin, in denen ich glaube mich auszukennen, waren sehr gut und evidenzbasiert.


Auf Basis der aktuellen Studien zeigt Open Evidence: Kaffee ist gut für die Gesundheit, wenn er in moderaten Mengen konsumiert wird. Die aktuelle klinische Evidenz zeigt, dass der Konsum von etwa drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag mit einer Reduktion des Risikos für Gesamtmortalität, kardiovaskuläre Erkrankungen, Typ-2-Diabetes, Schlaganfall und verschiedene Krebsarten assoziiert ist; diese Vorteile gelten sowohl für koffeinhaltigen als auch für entkoffeinierten Kaffee. Die gesundheitsfördernden Effekte werden auf bioaktive Inhaltsstoffe wie Polyphenole und Antioxidantien zurückgeführt, die den Glukosestoffwechsel verbessern, Entzündungen reduzieren und die kardiovaskuläre sowie kognitive Gesundheit unterstützen. 


Vorsicht vor Nebenwirkungen wie Angst und Schlafstörungen

Nebenwirkungen treten vor allem bei übermäßigem Konsum auf und umfassen Angstzustände, Schlafstörungen und ein erhöhtes Frakturrisiko bei Frauen; Schwangere sollten die Koffeinaufnahme auf nicht mehr als 200 Milligramm pro Tag begrenzen, da ein erhöhtes Risiko für niedriges Geburtsgewicht und Frühgeburt besteht. Die meisten Daten stammen aus Beobachtungsstudien, sodass ein kausaler Zusammenhang nicht abschließend gesichert ist. Randomisierte kontrollierte Studien sind erforderlich, um spezifische Effekte und optimale Dosierungen zu klären. 


Unglaubliches Ergebnis

Zusammenfassend kann moderater Kaffeekonsum als Teil eines gesunden Lebensstils betrachtet werden, sofern keine individuellen Kontraindikationen bestehen.

Der von mir sehr geschätzte Prof. Eric Topol wies kürzlich auf eine im "Journal of the American Medical Association" (JAMA) am 09. Februar 2026 publizierte sehr große Studie hin: "Coffee and Tea Intake, Dementia Risk, and Cognitive Function“. Es wurden 131.821 Menschen bis zu 43 Jahre lang untersucht. 11.033 erkrankten an Demenz. Das bahnbrechende Ergebnis: Das Auftreten von Demenz war bei den Konsumentinnen und Konsumenten von Kaffee und Tee signifikant reduziert. Entkoffeinierter Kaffee zeigte keinen Effekt. Am ausgeprägtesten war der Effekt in dieser Studie bei etwa zwei bis drei Tassen koffeinhaltigem Kaffee oder ein bis zwei Tassen Kaffee pro Tag.


Bleib jung! – und lass Dir Kaffee und Tee schmecken!

 
 
 

Kommentare


bottom of page