Warum ich meine Schutzmedikamente für Hirn und Herz sehr regelmäßig nehme
- Dr. Hans Gnahn

- 18. Jan.
- 2 Min. Lesezeit

Der wichtigste Risikofaktor für unsere Gesundheit ist und bleibt das Alter. Um trotzdem möglich lange "jung zu bleiben" können wir vieles für uns und andere tun.
Es gibt leider Gesundheitsereignisse, die einen "auf den Schlag" wesentlich älter machen können. Sie erraten es schon: ich meine den Schlaganfall. Aber auch ein Herzinfarkt kann uns schlagartig älter machen.
Was tun? – Für Schlaganfall und Herzinfarkt gilt die alte Volksweisheit: "Vorbeugen ist besser als Heilen“!
Der wichtigste behandelbare Risikofaktor für den Schlaganfall ist der Bluthochdruck. Ein großer Teil meiner Altersgruppe leidet darunter. Ich auch. Die gute Nachricht: Bluthochdruck ist in der Regel gut behandelbar. Eine gesunde Ernährung (mit nur maßvollem Konsum von Kochsalz) und viel körperliche Bewegung gehören dazu.
Das reicht aber sehr häufig nicht und es ist eine zusätzliche Medikamenteneinnahme erforderlich. In meinem Fall ist dies eine mäßig dosierte Kombination mehrerer blutdrucksenkenden Medikamente mit Einnahme am Morgen und am Abend. Diese Medikamente werden von mir sehr gut vertragen und ich versuche den oberen (=systolischen) Blutdruckwert um oder etwas unter 120 zu halten.
Zusätzliches Risiko in der Nacht
Es ist normal, dass der Blutdruck nachts niedriger ist als tagsüber. Besonders bei Übergewicht und/oder nächtlichem Schnarchen kann diese normale nächtliche Blutdruckabsenkung fehlen oder es kann sogar nachts zu einem Blutdruckanstieg kommen. Das stellt ein zusätzliches Risiko dar und muss in der Behandlung berücksichtigt werden. Eine 24-Stunden-Blutdruckmessung ist hier aus meiner Sicht der diagnostische Standard.
Insbesondere bei Auftreten eines Tagesmüdigkeit ist es sinnvoll, dass ein sogenanntes Schlafapnoe-Syndrom ausgeschlossen wird. Geradezu tragisch ist aus meiner Sicht, dass kürzlich von der 91. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie erneut berichtet wurde: „Hälfte der Patienten nimmt Blutdruck-Medikamente nicht…“ Einen Hauptgrund nennt Herr Prof. Harm Wienbergen: Bluthochdruck bemerkt der Patient in der Regel nicht, die Medikamenten-Nebenwirkungen hingegen schon!
Medikamente zuverlässig nehmen
Wenn es uns gelänge, dass die Einnahme-Zuverlässigkeit (= Adhärenz) von blutdrucksenkenden Medikamenten deutlich gesteigert würde, könnten Tausende von Schlaganfällen pro Jahr in Österreich und Deutschland vermieden werden. Bei mir funktioniert das mit einem einfachen Trick: Ich nehme meine Medikamente immer vor dem Zähneputzen ein.
Wichtig: Bitte wenden Sie sich zur Diagnostik und Behandlung des Bluthochdrucks an Ihren Hausarzt. Ich unterstütze ein Hausarzt-zentriertes Primärarztsystem (obwohl und gerade weil ich Neurologe bin).
Das INVADE-Projekt hat bereits vor mehr als 10 Jahren im Landkreis Ebersberg/Oberbayern ein tragfähiges Konzept zur Erfassung und Behandlung des Bluthochdrucks entwickelt.
Übrigens: Als weiteres Schutzmedikament für Hirn und Herz nehme ich auch ein Statin, ein cholesterinsenkendes Medikament, sehr regelmäßig am Abend ein.





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